{119a} “Das Hellsehon des Unbewussten hat sie den rechten Weg ahnen
lassen.”—_Philosophy of the Unconscious_, p. 90, 3d ed., 1871.
{119b} “Man wird doch wahrlich nicht den Thieren zumuthen wollen, durch
meteorologische Schlüsse das Wetter auf Monate im Voraus zu berechnen, ja
sogar Ueberschwemmungen vorauszusehen. Vielmehr ist eine solche
Gefühlswahrnehmung gegenwärtiger atmosphärischer Einflüsse nichts weiter
als die sinnliche Wahrnehmung, welche als Motiv wirkt, und ein Motiv muss
ja doch immer vorhanden sein, wenn ein Instinct functioniren soll. Es
bleibt also trotzdem bestehen dass das Voraussehen der Witterung ein
unbewusstes Hellsehen ist, von dem der Storch, der vier Wochen früher
nach Süden aufbricht, so wenig etwas weiss, als der Hirsch, der sich vor
einem kalten Winter einen dickeren Pelz als gewöhnlich wachsen lässt.
Die Thiere haben eben einerseits das gegenwärtige Witterungsgefühl im
Bewusstsein, daraus folgt andererseits ihr Handeln gerade so, als ob sie
die Vorstellung der zukünftigen Witterung hätten; im Bewusstsein haben
sie dieselbe aber nicht, also bietet sich als einzig natürliches
Mittelglied die unbewusste Vorstellung, die nun aber immer ein Hellsehen
ist, weil sie etwas enthält, was dem Thier weder dutch sinnliche
Wahrnehmung direct gegeben ist, noch durch seine Verstandesmittel aus der
Wahrnehmung geschlossen werden kann.”—_Philosophy of the Unconscious_, p.
91, 3d ed., 1871.
{124} “Meistentheils tritt aber hier der höheren Bewusstseinstufe der
Menschen entsprechend eine stärkete Resonanz des Bewusstseins mit dem
bewussten Hellsehen hervor, die sich also mehr odor minder deutliche
Ahnung darstellt. Ausserdem entspricht es der grösseren
Selbstständigkeit des menschlichen Intellects, dass diese Ahnung nicht
ausschliesslich Behufs der unmittelbaren Ausführung einer Handlung
eintritt, sondern bisweilen auch unabängig von der Bedingung einer
momentan zu leistenden That als blosse Vorstellung ohne bewussten Willen
sich zeigte, wenn nur die Bedingung erfüllt ist, dass der Gegenstand
dieses Ahnens den Willen des Ahnenden im Allgemeinen in hohem Grade
interessirt.”—_Philosophy of the Unconscious_, 3d ed., p. 94.
{126} “Häufig sind die Ahnungen, in denen das Hellsehen des Unbewussten
sich dem Bewusstsein offenbart, dunkel, unverständlich und symbolisch,
weil sie im Gehirn sinnliche Form annehmen müssen, während die unbewusste
Vorstellung an der Form der Sinnlichkeit kein Theil haben
kann.”—_Philosophy of the Unconscious_, 3d ed., p. 96.
{128} “Ebenso weil es diese Reihe nur in gesteigerter
Bewusstseinresonanz fortsetzt, stützt es jene Aussagen der
Instincthandlungen üher ihr eigenes Wesen ebenso sehr,” &c.—_Philosophy
of the Unconscious_, 3d ed., p. 97.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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