A poem of 5302 verses, written about 1150 in a mixture of Middle
Frankish and Bavarian. It belongs to the order of _Spielmannspoesie_, or
secular minstrelsy; but the author makes frequent reference to what ‘the
books’ say, and evidently meant his work to be read. (The earlier
gleemen, so far as known, could not read or write, got their material
from oral tradition and composed their poems to be sung or recited to
musical accompaniment.) Rother is a king of Italy who sends twelve
envoys to Constantinople to win for him the hand of the emperor’s
daughter. She favors her unknown suitor, but the irate Constantine
throws the envoys into a dungeon. Rother takes the name of Dietrich and
sails with many retainers to liberate them. By a waiting-maid he
presents the princess with a gold and a silver shoe, both made for the
same foot, and retains the mates. The princess, already interested in
the distinguished stranger, sends for him to put on the impossible
shoes.
_Lines 2177-2315: Rother, called Dietrich, woos the willing princess._
Am Fenster stand die Prinzessin,
Bald kam der junge Held
Über den Hof gegangen.
Da ward er wohl empfangen 2180
Von zweien Rittern ehrlich.
Dann ging der Recke Dietrich,
Wo die Kemenate offen stand;
Darein ging der wohlgestalte Held.
Den hiess die junge Prinzessin 2185
Selber wilkommen sein
Und sagte, was er da bitte,
Das würde sie gerne tun
Nach ihrer beider Ehre.
“Ich habe dich gern, o Herr, 2190
Wegen deiner Tüchtigkeit gesehn;
Aus anderm Grund ist’s nicht geschehn.
Diese niedlichen Schuhe,
Die sollst du mir anziehen.”
“Sehr gerne,” sprach Dietrich, 2195
“Da du es von mir verlangst.”
Der Herr setzte sich ihr zu Füssen,
Sehr schön war sein Gebaren.
Auf sein Bein setzte sie den Fuss,
Nie wurde Frau besser geschuht. 2200
Da sprach der listige Mann:
“Nun sage mir, schöne Herrin,
Bescheid auf deine Treue,
Wie du eine Christin bist,--
Es warb um dich mancher Mann,-- 2205
Hing’ es von deinem Willen ab,
Welcher unter ihnen allen
Hat dir am besten gefallen?”
“Das sag’ ich dir,” sprach die Dame,
“In allem Ernst und in Treue, 2210
O Herr, auf meiner Seele,
Wie ich getaufte Christin bin:
Kämen aus allen Landen
Die teuren Weigande
Mit einander zusammen, 2215
Da wäre kein Mann darunter,
Der dein Genoss sein könnte.
Das nehm’ ich auf meine Treue,
Dass nie eine Mutter gebar
Ein Kind so liebenswürdig, 2220
Dass es mit Fug, Dietrich,
Neben dir stehen könnte.
Du bist ein ausgezeichneter Mann.
Sollte ich aber die Wahl haben,
Nähme ich den Helden gut und kühn, 2225
Dessen Boten her ins Land kamen
Und jetzt wahrlich liegen
In meines Vaters Kerker.
Er heisst mit Namen Rother
Und sitzt im Westen übers Meer. 2230
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
Reviews
Reviews
No reviews yet
Be the first to share your thoughts on this work.
Join the Discussion
Join the discussion
Sign in to leave a comment or review.
Sign InorCreate an account