Eingeschneit: Eine Studentengeschichte — John Shaqi
Eingeschneit: Eine StudentengeschichteFrommel, Emil
General
Eingeschneit: Eine Studentengeschichte
Frommel, Emil
Austria -- Fiction; German language -- Readers -- English; Travelers -- Fiction
Der Assessor vergaß seine Blasen und seine nassen Füße und trieb zur
Eile. Der Alte verbiß sich das Lachen über seinen Trabanten. Sie
stiegen rüstig zu. Ringsumher ward es immer finsterer, die Bergspitzen
gingen in leichtes Grau über, und dem Assessor jagten schon einzelne
spitzige, eisharte Körner ins Gesicht. „Das ist der Anfang vom
Schneetreiben,“ sagte er vor sich hin,[11-6] und vor seinem Geiste
stand die behagliche Amtsstube in Buchau, wo im Winter der Buchklotz
knallte und der Amtsdiener fragte: „’s wird[11-7] dem Herrn Assessor
doch nicht zu kalt sein?“--Nach stundenlangem Marsche, auf welchem
jeder so seine eigenen Gedanken hatte, während der Schnee immer
dichter fiel, zeigte sich in der Ferne ein Haus.
„Dös ist das Tauernhaus, gnädiger Herr, do können’s Ihna ausruhen.“
„Wie weit ist’s noch bis hin?“[12-1] fragte der Assessor.
„Ha, so a zwanzig Büchsenschuß[12-2] werden’s[12-3] völlig sein,“
meinte der Alte. Der Assessor wußte jetzt gerade so viel wie
vorher. Denn er hatte mit Büchsenschüssen nur bei Gelegenheit von
Forstfreveln zu thun und wußte über die Tragweite des Geschosses
keinen weitern Bescheid.
Endlich erreichten sie im dicksten Gestöber das Haus. Der Alte schob
den Riegel an der Thür zurück, schüttelte den Schnee vom Lodenrock und
vom Ranzen, den er abwarf, und schritt mit seinem Herrn der Thüre
zu. Als sie dieselbe öffneten, drang ihnen ein warmer Duft entgegen,
der dem Assessor die Hitze in die vom[12-4] Schneetreiben gehörig
verarbeiteten Wangen jagte.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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