Eingeschneit: Eine StudentengeschichteFrommel, Emil
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Eingeschneit: Eine Studentengeschichte
Frommel, Emil
Austria -- Fiction; German language -- Readers -- English; Travelers -- Fiction
„Holla!“ rief der zweite Tenor, „das können Sie hier[20-5] haben,
Mr. Brown, aus bester Quelle. Heda, ihr Mannsleut’, singt’s[20-6]
einmal einen Steirer![20-7] Meint Ihr denn, wir singen umsonst hier?
Jeder, wer zuhört, zahlt[20-8] einen Zwanziger Münz.[20-9] Wenn Ihr
aber selber singt, braucht’s nix zu zahlen!“
Die Leute schauten sich verdutzt an, und keiner sagte ein
Wort. Endlich brach der alte Führer das Schweigen:
„Wär’[20-10] schon völlig recht, junger Herr, aber wir Leut’ singen
halt anders als d’ Stadtleut’ und könnet’s nit gar schön. Für uns is
schon völlig schön genug, draußen auf der Almen--aber für Euch nit!“
„Ach was--Ihr singt wie’s[20-11] Euch ums Herz ist.“
„Habt Ihr denn keine Zither?“ fragte der Assessor.
„Freilich, freilich, a Zithern is schon da bein’n Tauernwirt. Johann,
der gnädige Herr will dein Zithern haben,“ rief der Alte.
Der Tauernwirt brachte sie herbei, der Assessor stimmte mit kundiger
Hand schnell das gute Instrument und spielte mit ungemeiner Fertigkeit
einen „Herzog-Maxländler“[21-1] und dann einen „Steierischen“ in
{{optima forma}}.[21-2]
Im Hintergrunde bewegten sich schon die Füße; die Leute waren
elektrisiert, und vorab der Alte mit dem Gemsbarte[21-3] zog bald das
eine, bald das andere Bein hinauf und zuckte mit[21-4] den Armen wie
ein Hampelmann, den man[21-5] an der Schnur zieht. Plötzlich
klang’s[21-6] aus dem Hintergrund:
Und zwoa Blattln[21-7] und zwoa Bleamle
Und a Reb’n um an Stamm,
Und was[21-8] oanonda b’stimmt is,
Dös find’t sich a[21-9] z’samm!
Eine helle Stimme sang’s; es war die Spinnerin. Der Assessor
begleitete sie, und bald darauf schallte es:[21-10]
B’hüat’[21-11] dich Gott, mein kleans Dioandl,
Es muß a so sein,
Mein Leb’n gehört in Koasa,
Mein Herz’l g’hört dein!
Und mein Herzerl, dös laß ich
Dahoam in dein Haus,
Sonst traf’s leicht a Kugel,
Run d’ Liab alli r’aus!“
Es[21-12] sang’s ein stämmiger Bursche. Aber der Alte warnte gleich
darauf mit dem Verse:
„Gescheit[22-1] sein, gescheit sein,
Nit in Oalles glei n’ein!
Es sitzt oft a Fux
In ’ren Pelzkappen d’rein!“
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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