German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering — John Shaqi
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
Science
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
German language -- Readers -- Science
Wir sind nicht im Stande Lichtstärken unmittelbar[9] zu messen; wir
haben nicht einmal die Fähigkeit, durch unser Auge die Beleuchtung einer
Fläche in Zahlen abzuschätzen. Wir sind daher bei der Messung der Stärke
einer Lichtquelle auf die Vergleichung derselben mit derjenigen eines
Normallichtes angewiesen[10]. Zu diesem Zwecke lässt man von zwei
unmittelbar nebeneinander liegenden Flächen die eine von der
Normalkerze, die andere von der zu messenden Lichtquelle unter gleichen
Einfallswinkeln[11] beleuchten und reguliert die Entfernungen so, dass
die Beleuchtungen dieselben werden. Alsdann verhalten sich die beiden
Lichtstärken wie die Quadrate der Entfernungen der Lichtquellen von den
beleuchteten Flächen. Dieses Verfahren heisst Photometrie und die dazu
verwendeten Apparate nennt man Photometer.
In dem Photometer von Bunsen ist die von den beiden Lichtquellen
gleichzeitig beleuchtete Fläche ein Schirm[12] von weissem Papier, der
in der Mitte einen Stearinfleck hat. Beleuchtet die eine Lichtquelle
den Schirm von der einen Seite, so erscheint der Fleck von dieser Seite
aus dunkel gegen das Papier, weil er mehr Licht durchlässt und weniger
zurückwirft als die reine Papierfläche. Bringt man nun auf die andere
Seite des Schirmes die andere Lichtquelle in eine solche Entfernung,
dass der Fleck beiderseits hell erscheint, so sind beide Seiten des
Schirmes gleich stark beleuchtet.
22.
Alle Strahlen, welche von einem leuchtenden Punkt vor einem ebenen
Spiegel[1] ausgehen, werden so zurückgeworfen, dass sie für das Auge
eines Beobachters von einem Punkte hinter dem Spiegel herzukommen
scheinen; diesen Punkt nennt man das Spiegelbild[2] des leuchtenden
Punktes. Dieses Spiegelbild liegt auf der[3] vom leuchtenden Punkt auf
die Spiegelebene gefällten Senkrechten, und zwar ebensoweit hinter
dieser Ebene wie der leuchtende Punkt davor.
Befindet sich ein leuchtender Gegenstand zwischen zwei einen spitzen
Winkel einschliessenden Spiegeln, so dient das Bild von einem der
Spiegel als Gegenstand für den ändern und umgekehrt. Wir erhalten so
eine Anzahl von Bildern, welche mit dem Gegenstand auf einem[4] um den
Durchschnitt[5] der beiden Spiegel beschriebenen Kreis liegen. Ist z. B.
der Spiegelwinkel 60°, so gruppieren sich Gegenstand und Bilder in Form
eines Sechsecks. Benutzt man als Gegenstände, die man zwischen die
Spiegel bringt, bunte Glasstückchen, Perlen[6] etc., so erhält man
beim[7] Hineinblicken mosaikartige Bilder in Form von sechseckigen
Sternen (Kaleidoskop).
Ein[8] von zwei[9] unter einem Winkel _a_ gegen einander geneigten
Ebenen begrenztes, durchsichtiges Mittel nennt man in der Optik ein
Prisma; die beiden Ebenen, durch die der Lichtstrahl ein- und austritt,
heissen die brechenden[10] Flächen, ihre Durchschnittslinie heisst die
brechende Kante, der Winkel _a_ zwischen den beiden Ebenen heisst der
brechende Winkel des Prismas. Man giebt gewöhnlich einem solchen Körper
die Gestalt eines geraden dreiseitigen geometrischen Prismas.
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