German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Lässt man weisses Licht, z. B. Sonnenlicht, durch einen[11] parallel zur
brechenden Kante gestellten, engen Spalt hindurch auf ein Prisma fallen,
so erhält man nicht ein einfaches weisses, sondern ein bandförmig
auseinandergezogenes[12] und an verschiedenen Stellen verschieden
gefärbtes Bild des Spaltes, weil sich im Prisma die Strahlen von
grösserer Wellenlänge rascher fortpflanzen als die von kleinerer. Ein
solches farbiges Spaltbild nennt man Spektrum. Das weisse Licht besteht
aus einem Gemisch von unendlich vielen Strahlen verschiedener Farbe. Das
rote Licht ist am wenigsten, das violette am stärksten brechbar.[13]
Glühende Gase und Dämpfe von geringer Dichte besitzen die merkwürdige
Eigenschaft, nur einzelne[14] ganz bestimmte Lichtarten auszusenden,
während alle anderen Farben fehlen. Im Spektroskop erhält man dann, den
einzelnen vorhandenen Farben entsprechend, einzelne farbige Spaltbilder
in Gestalt von leuchtenden Linien auf dunkelem Grunde. Man erhält
derartige[15] Dämpfe, indem man[16] leichtflüchtige Metallsalze in die
nichtleuchtende Flamme des Bunsenschen Gasbrenners bringt. Wo die
Temperatur der Bunsenflamme nicht ausreicht, verwendet man das
Knallgebläse[17] oder das elektrische Kohlenlicht.
Kirchhoff und Bunsen wiesen nach, dass diese Linien für die
betreffenden[18] Metalle charakteristisch sind, so dass aus ihrer
Anwesenheit im Spektrum auf die Anwesenheit des betreffenden Metalles
geschlossen werden kann[19]. Hierauf gründet sich die Spektralanalyse.
23.
_Die Wärme._ Wärme ist, ähnlich dem Licht und Schall, eine gewisse
Empfindung, welche durch gewisse in der Oberhaut endigende Nerven
vermittelt[1] wird. Wir nennen einen Körper kalt oder warm, je nachdem
seine Temperatur niedriger oder höher ist als die unserer Haut.
Früher schrieb[2] man die Wärmeerscheinungen einem gewichtlosen Stoffe
zu. Jetzt ist man zu der Ansicht gelangt, dass die von den Körpern
ausgestrahlte Wärme, wie das Licht, in transversalen Aetherschwingungen
besteht und dass die Ursache der Wärme eine mehr oder weniger lebhafte
Bewegung der Moleküle der Körper ist.
Jede Temperaturänderung hat eine Aenderung des Volumens zur Folge und
zwar[3] nimmt[4] dasselbe mit wachsender Temperatur zu, mit abnehmender
ab. Man überzeugt sich von dieser Thatsache, indem man[5] eine
Metallkugel, welche kalt gerade durch einen Ring hindurchfällt, erhitzt;
die Kugel bleibt alsdann auf dem Ringe liegen.
Gewöhnlich benutzt man zur Temperaturmessung die Ausdehnung des
Quecksilbers.
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