German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering — John Shaqi
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
German language -- Readers -- Science
Aehnlich ist die Wirkung der Dampfmaschine, bei welcher der in einem
Dampfkessel erzeugte, hochgespannte und dann mehr oder weniger
überhitzte Dampf ebenfalls in einen Zylinder[1] mit Kolben tritt und
diesen vorwärts schiebt. Um die im Dampf enthaltene Energie möglichst
auszunutzen, sperrt[2] die sogenannte Steuervorrichtung[3] den Zutritt
des frischen Dampfes aus dem Kessel nach etwa 1/10 bis 1/3 des
Kolbenweges ab, und der Dampf dehnt sich dann weiter nahezu adiabatisch
unter Abkühlung und Abnahme des Druckes aus, wobei[4] ihm aber durch
Heizung der Zylinderwände etwas Wärme zugeführt werden muss, wenn keine
Verdichtung eintreten soll. Der bis nahezu Atmosphärendruck ausgedehnte
Dampf tritt dann entweder in die Luft aus oder er tritt in einen
sogenannten Kondensator, worin er durch Abkühlung der Wandungen oder
durch eingespritztes Wasser verdichtet wird. Hierbei[4] entsteht ein bis
etwa 65 cm Quecksilbersäule niedrigerer[5] Druck, als der
Atmosphärendruck beträgt; der auf Atmosphärendruck expandierte Dampf
kann sich also noch weiter ausdehnen und dabei[4] Arbeit abgeben. Wegen
der bei letzteren Maschinen notwendigen Pumpe zum Fortschaffen des
Kondenswassers aus dem Kondensator geht[6] hierbei ein Teil Arbeit
wieder verloren, der bei kleinen Maschinen grösser ausfallen[7] kann als
der durch die Verdichtung erzielte Gewinn.
Beträgt der Ueberdruck des Kesseldampfes nicht mehr als 6 Atm., so
genügt für die Ausdehnung ein Zylinder. Bei 8 bis 10 Atm.
Kesselüberdruck ist es aber vorteilhafter, die Expansion stufenweise auf
2 Zylinder, den Hochdruckzylinder mit kleinerem und den
Niederdruckzylinder mit grösserem Durchmesser zu verteilen, während man
für noch höheren Dampfdruck (12 bis 17 Atm.) die Expansion auf 3 und
sogar 4 Zylinder verteilt. Da selbst in dem bei niederer Temperatur
verdichteten Dampf noch sehr grosse Wärmemengen enthalten sind, hat man
in neuester Zeit versucht, die Wärmeausnutzung der Dampfmaschine noch
vollkommener zu gestalten, indem man[8] den Kondensator einer
Wasserdampfmaschine als Heizapparat für einen mit Aether oder flüssiger
schwefliger Säure gefüllten zweiten Dampfkessel verwendete und mittels
der schon bei niederer Temperatur hoch gespannten Dämpfe dieser
Flüssigkeiten eine zweite mit der ersten mechanisch gekuppelte
Dampfmaschine antrieb. Auf diese Weise hat man den Wirkungsgrad[9] der
Dampfmaschine, der bei der Wasserdampfmaschine zusammen mit dem Kessel
bis etwa 12 Prozent erreicht, auf 17 Prozent zu steigern vermocht.
Aehnliche Vorteile hat man durch sehr starke Ueberhitzung des Dampfes
erreicht.
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