German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Nach Gay-Lussac dehnen sich alle Gase bei gleicher Temperaturzunahme im
gleichen Verhältnisse aus und umgekehrt; oder, wenn man ihnen die
Ausdehnung nicht gestattet, so erhöht sich der Druck, den die Gase auf
die Wandungen des sie umschliessenden Gefässes ausüben, bei allen Gasen
im gleichen Verhältnis zur Temperaturzunahme und umgekehrt. Der Wert,
um[13] welchen sich die Gase bei gleichbleibendem Druck für je 1° C. der
Zunahme oder Abnahme der Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen, der
sogenannte Ausdehnungskoefficient, ist 0,00367 oder 1/273 des
ursprünglichen Volumens. Diese Gesetze haben sich bei späteren Prüfungen
nicht als ganz, sondern nur als annähernd richtig erwiesen.
Durch geeignete Mittel kann ein Gas in eine Flüssigkeit, eine
Flüssigkeit in ein Gas, oder ein fester Körper zuerst in eine
Flüssigkeit und diese in ein Gas verwandelt werden.
40.
Alle Gase lassen[1] sich, die einen leichter[2], die anderen
schwieriger[2], in den flüssigen Zustand überführen (verdichten,
verflüssigen), wenn man sie unter genügender Abkühlung einem genügend
hohen Drucke unterwirft.
Erhitzt man eine flüchtige Flüssigkeit, so beginnt sie bei einer
bestimmten[3] Temperatur, welche man ihren Siedepunkt nennt, oft unter
lebhafter Bewegung Dampfblasen zu entwickeln, zu sieden, und dabei[4] in
den dampfförmigen Zustand überzugehen. Das Sieden hängt davon ab[5],
dass die sich aus der Flüssigkeit entwickelnden[6] Dämpfe eine genügende
Spannung[7] (Dampfdruck) besitzen, um den auf der Oberfläche der
Flüssigkeit wirkenden Druck (z. B. den Luftdruck) zu überwinden, also[8]
unter Verdrängung der Luft von der Flüssigkeit emporsteigen zu können.
Je grösser der auf die Flüssigkeit wirkende Druck ist, desto höhere
Temperatur ist nötig, um dieselbe zum Sieden zu bringen. Bei normalem
Luftdruck von 760 mm Quecksilbersäule des Barometers siedet das Wasser
bei 100° und entwickelt dabei Wasserdampf von 1 Atm. Spannung oder
Dampfdruck. Bei halbem Luftdruck oder 380 mm Quecksilbersäule
siedet das Wasser schon bei 82°; bei 1/4 Luftdruck schon bei 66°.
Dementsprechend[9] vermindert sich auch der Druck der aufsteigenden
Dämpfe auf 1/2 und 1/4 Atmosphären. Bei verdoppeltem Druck steigt der
Siedepunkt des Wassers auf 121°; bei 3 Atm. Druck auf 135°.
Um die Siedepunkte verschiedener Flüssigkeiten miteinander vergleichen
zu können, bezieht[10] man dieselben immer auf den gewöhnlichen
Luftdruck von 760 mm.
Für viele Flüssigkeiten ist der Siedepunkt ein gutes Merkmal[11] zu
ihrer Erkennung[12] und ein Mittel zu ihrer Reindarstellung[13] durch
Destillation aus Mischungen mit anderen Flüssigkeiten.
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