German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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_Chemische Verbindungen._ Schwefel und Quecksilber sind als Elemente
bekannt. Jeder kennt den gelben Schwefel und das Quecksilber, dieses
flüssige Metall von der Farbe und dem Glanze des Silbers. Bei ihrer
chemischen Vereinigung verlieren diese beiden Elemente ihre
charakteristischen Eigenschaften und bilden ein neues Produkt, den als
feurig rote Mineralfarbe geschätzten Zinnober. In dem Zinnober vermag
man aber selbst mit dem besten Mikroscope weder Schwefelteile noch
Quecksilberteile zu entdecken; auch entzieht Schwefelkohlenstoff,
welcher sonst den Schwefel leicht auflöst, dem Zinnober keine Spur des
in ihm mit dem Quecksilber verbundenen Schwefels.
Ganz anders verhalten sich mechanische Mischungen, in welchen, selbst
wenn die Mischung noch so innig ist, doch die einzelnen Bestandteile
ihre ursprünglichen Eigenschaften beibehalten. Eine solche möglichst
innige Mischung ist z. B. das Schiesspulver. Die Bestandtheile desselben
sind: Salpeter, Schwefel und Kohle. Durch Uebergiessen mit Wasser kann
man dem Schiesspulver den Salpeter, und durch Behandeln mit
Schwefelkohlenstoff den Schwefel entziehen, so dass zuletzt nur die
Kohle übrig bleibt. Bei einer wirklichen chemischen Verbindung ist eine
derartige Trennung der einzelnen Bestandteile durch blosse Extraktion
mit verschiedenen Lösungsmitteln nicht möglich.
43.
Die Entstehung[1], die Umwandlungen[2] und Zersetzungen[3] chemischer
Verbindungen[4], überhaupt alle Veränderungen, welche die Stoffe in
ihrer chemischen Zusammensetzung erleiden, werden als chemische Vorgänge
bezeichnet. Trennen sich die in einer chemischen Verbindung enthaltenen
Elemente voneinander, so findet eine Zersetzung statt. Scheidet sich aus
einer Verbindung nur ein Teil der darin enthaltenen Elemente aus, oder
treten neue Elemente ein, so erfolgt eine Umsetzung oder Umwandlung. Ein
chemischer Vorgang kann noch so[5] verschiedenartig verlaufen, so
besitzen die dabei neu entstandenen[6] Stoffe zusammen immer genau
wieder dasselbe Gewicht wie die ursprünglichen. Im ewigen Wechsel des
Werdens und Vergehens gelangen[7] die Elemente aus einer Verbindung in
eine andere, ohne sich dabei zu verändern und ohne dass dabei[8] ein
Stäubchen derselben verloren geht. Die Elemente sind unvergänglich.
Jede chemische Verbindung hat eine bestimmte, unveränderliche
Zusammensetzung, gleichgültig[9] auf welche Weise sie entstanden ist.
Die beiden Bestandteile des Chlorwasserstoffs[10] z. B., Wasserstoff[11]
und Chlor[12] können sich nicht in jedem beliebigen[13], sondern nur in
einem einzigen Verhältnisse[14] miteinander vereinigen, nämlich so dass
ein Gewichtsteil[15] Wasserstoff genau 35,37 Gewichtsteile Chlor
aufnimmt. Sind von dem einen oder anderen mehr Gewichtsteile da, als
diesem Verhältnis entsprechen, so bleibt der Ueberschuss unverbunden.
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