German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering — John Shaqi
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
Science
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
German language -- Readers -- Science
Viele Elemente und zusammengesetzte Körper vereinigen sich nicht nur in
einem, sondern in mehreren verschiedenen aber bestimmten
Gewichtsverhältnissen mit einander, derart[16], dass die höheren
Verbindungsgewichte stets Multipla der niedrigsten sind.
Stickstoff[17] und Sauerstoff können fünf verschiedene Verbindungen mit
einander bilden. Diese enthalten auf je 100 Gewichtsteile Stickstoff
57,1 114,3 171,4 228,6 und 285,7 Gewichtsteile Sauerstoff, also[18]
Zahlen, die sich wie 1:2:3:4:5 zu einander verhalten, also in multiplem
Verhältnis stehen.
Man versteht unter Atom die kleinste Gewichtsmenge, mit welcher die
Elemente in eine chemische Verbindung eingehen, und unter Molekül, die
kleinste Gewichtsmenge, in welcher ein Körper im freien Zustande zu
existieren vermag.
Kein Körper, sei er Element oder chemische Verbindung, bildet eine
absolut zusammenhängende Masse. Bei allen Körpern hat man sich die
einfachen Atome, sowie die Atomgruppen, die Moleküle, aus denen sie
bestehen, als äusserst kleine, mit dem besten Mikroskop nicht sichtbare,
daher direkt nicht wägbare Teilchen zu denken, die durch Zwischenräume
getrennt bleiben, welche vielmal grösser als die Atome und Moleküle,
aber dennoch wegen ihrer Kleinheit unsichtbar sind.
44.
Infolge[1] dieser Beschaffenheit[2] sind die Atome und Moleküle für
sich[3] frei beweglich und aneinander verschiebbar, was[4] zur Erklärung
vieler Erscheinungen von grosser Bedeutung ist. Man muss sich mit der
Auffassung[5] vertraut machen, dass selbst der festeste Körper aus
beweglichen, durch Zwischenräume getrennten Molekülen besteht und dem
Auge nur deshalb als kompakte Masse erscheint, weil dasselbe die kleinen
Moleküle und deren Zwischenräume nicht zu erkennen vermag. Auch der
Wald, aus genügender Entfernung betrachtet, bildet eine kompakte Masse,
in welcher das Auge weder die einzelnen Bäume, noch die zwischen
diesen[6] vorhandenen Lücken zu unterscheiden vermag.
Die chemische Verbindung der gasförmigen Elemente erfolgt[7], wie zuerst
Gay-Lussac entdeckte, nicht nur in bestimmten Gewichts- sondern auch in
bestimmten einfachen Volumenverhältnissen[8]. Bildet sich dabei ein
gasförmiges Produkt, so steht auch das Volumen des Produktes in einem
einfachen Verhältnisse zum Volumen der ursprünglichen Gase.
Da sich die Gase unter denselben Verhältnissen des Druckes und der
Temperatur in gleicher Weise zusammenziehen oder ausdehnen, und da sie
dem Zusammendrücken einen nahezu gleichen Widerstand entgegensetzen, kam
Avogadro zu dem Schluss[9], dass alle Gase, gleiche Temperatur und
gleichen Druck vorausgesetzt, im gleichen Volumen eine gleich grosse
Anzahl von Molekülen enthalten. Die Gasmoleküle besitzen also unter
gleichen physikalischen Verhältnissen gleiche Dimensionen.
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