German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Ein bestimmtes Volumen, z. B. 1 l, ob mit Chlor oder Wasserstoff
gefüllt, enthält also eine gleich grosse Anzahl Moleküle. Chlor und
Wasserstoff verbinden sich nun im Verhältnis gleicher Volumina mit
einander, also z. B. je 1 l Chlor mit je 1 l Wasserstoff unter Bildung
von 2 l Chlorwasserstoffgas. Nimmt[10] man nun beispielsweise[11] an,
dass in den 2 l Chlorwasserstoffgas 1000 Moleküle vorhanden sind, so
befinden sich in je 1 l davon nur halb so viel, also 500 solcher
Moleküle, und nach Avogadros' Lehrsatz enthält dementsprechend[12] auch
je 1 l Chlor 500 Chlormoleküle und je 1 l Wasserstoff 500
Wasserstoffmoleküle. In jedem Molekül Chlorwasserstoff ist aber 1 Atom
Wasserstoff mit 1 Atom Chlor vereinigt. Es[13] müssen daher 1000
Moleküle Chlorwasserstoff aus 1000 Atomen Wasserstoff und 1000 Atomen
Chlor bestehen. Da nun aber 1 l Wasserstoff, sowie 1 l Chlor nicht 1000,
sondern nur 500 Moleküle enthalten, so folgt, dass diese 500 Moleküle je
1000 Atomen entsprechen[14], oder dass jedes einzelne Molekül
Wasserstoffgas aus 2 Atomen Wasserstoff, und jedes einzelne Molekül
Chlor aus 2 Atomen Chlor besteht.
45.
Mischt man die beiden Gase H und Cl im Dunkeln und bei gewöhnlicher
Temperatur, so erfolgt keine Vereinigung. Lässt man dann auf die
Mischung direktes Sonnenlicht oder einen brennenden Körper oder einen
elektrischen Funken wirken, so vereinigen sich die Gase plötzlich mit
heftigem Knall zu Chlorwasserstoff. Diese und viele ähnliche
Verbindungserscheinungen würden schwer erklärlich sein ohne die
Annahme[1], dass sich in den Gasen keine freien, sondern nur gepaarte
Atome, z. B. aus je zwei Atomen zusammengesetzte Chlormoleküle und
Wasserstoffmoleküle vorfinden. Es bedarf zunächst[2] der Arbeit des
Trennens der im Molekül vereinigten Atomen zu freien Atomen, bevor eine
neue Verbindung entstehen kann, bevor sich also die Atome in neuer Weise
gruppieren können. Diese Arbeit wird im vorliegenden Falle durch den
Sonnenstrahl oder die Hitze des brennenden Körpers oder elektrischen
Funkens eingeleitet[3] und pflanzt[4] sich dann infolge der durch die
Vereinigung entstehenden Wärme, von selbst über die ganze Masse fort.
Als Ursache der chemischen Vereinigung denkt man sich zwischen den
Atomen der Elemente eine Art Anziehungskraft wirkend, welche nicht
allein die Vereinigung veranlasst[5], sondern zugleich die mehr oder
weniger grosse Beständigkeit[6] der unter ihrem Einfluss entstandenen
chemischen Verbindungen bedingt. Diese Kraft wird Affinität, chemische
Verwandtschaft, chemische Anziehungskraft genannt. Sie unterscheidet
sich dadurch von der allgemeinen Anziehungskraft der Massen aufeinander,
dass sie nur zwischen den kleinsten Teilchen, und nur auf unmessbar
kleine Entfernungen zur Wirkung kommen kann.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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