German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Das Schmiedeeisen[19] oder Stabeisen[20] ist das reinste Eisen, das zur
technischen Verwendung kommt. Es enthält nur 0,2 bis 0,5 Prozent
Kohlenstoff, besitzt eine Dichte von 7,5 bis 7,85 und ist weich,
geschmeidig und zäh. Sowohl im kalten wie besonders im glühenden Zustand
ist es hämmerbar und streckbar[21] und lässt sich mit den
verschiedensten Werkzeugen bearbeiten. In der Weissglühhitze erweicht es
und wird schweissbar[22], d. h. es können mehrere durch Glühhitze
erweichte Stücke durch Druck und Schlag, z. B. unter einem Dampfhammer
zu einem Stück verbunden, zusammengeschweisst werden. Auch kann dies
erweichte glühende Eisen unter Walzen und Hämmern zu Schienen, Blechen
etc. ausgewalzt oder in die verschiedenartigsten Formen gebracht werden.
54.
Das Schmiedeeisen schmilzt erst bei 1600° und lässt sich nicht giessen.
Es wird nicht direkt aus den Eisenerzen, sondern aus dem Roheisen
dargestellt, indem[1] man letzteres einem oxydierenden Schmelzprozesse,
entweder nach alter Art, dem sogenannten Frischen oder Puddeln, oder
nach neuer Art, dem Bessemer- oder Martinverfahren unterwirft, wobei[2]
die im Roheisen enthaltenen Stoffe bis auf einen kleinen Teil des
Kohlenstoffs verbrennen und sich als Schlacke ausscheiden, während
Schmiedeeisen zurückbleibt.
Der Stahl enthält 0,6 bis 1,9 Prozent Kohlenstoff, der fast vollständig
chemisch mit dem Eisen verbunden ist. Seine Dichte ist 7,7 bis 7,85. Es
ist licht grauweiss, erscheint auf dem Bruche stets körnig, jedoch
dichter und gleichmässiger als das Stabeisen; er lässt sich schmieden
und walzen und bleibt dabei immer körnig, wird also nicht sehnig[3] wie
das Schmiedeeisen; auch mit den verschiedensten Werkzeugen lässt er sich
bearbeiten und wie das Schmiedeeisen schweissen. Bei etwa 1400° schmilzt
er und lässt sich giessen. Die merkwürdigste Veränderung erleidet er
aber, wenn man ihn bis ungefähr zum Kirschrotglühen (800°) erhitzt und
glühend in kaltem Wasser ablöscht[4]. Hierdurch wird der Stahl glashart,
so dass er Glas ritzt und an Kieselsteinen Funken giebt. Man nennt dies
das Härten des Stahls. Erwärmt man aber den so gehärteten Stahl, z. B.
in Metallbädern, auf 221 bis 322°, so verliert er unter Annahme
verschiedener Farben (hellgelb, strohgelb, hafergelb, goldgelb, orange,
braun, purpurfleckig, purpurrot, hellblau oder violett, dunkelblau und
schwarzblau) in dem Verhältnisse wie die Temperatur steigt, an seiner
Härte, und nimmt dagegen an seiner Elastizität zu. Diese Operation nennt
man Anlassen oder Adoucieren[5] des Stahls. Der gehärtete Stahl ist
ungemein politurfähig und widersteht der oxydierenden Wirkung der Luft
ziemlich gut. Im allgemeinen übertrifft der Stahl das Schmiedeeisen an
Festigkeit sehr bedeutend und verdrängt das letztere in dem Verhältnisse
als er billiger produziert werden kann mehr und mehr.
Eisen und Sauerstoff verbinden sich direkt mit einander. Man kennt
mindestens drei verschiedene Oxyde.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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