Ährenlese: A German Reader with Practical Exercises
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Ährenlese: A German Reader with Practical Exercises
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Nun gab er jedem seiner Kinder die Hand zum Abschied und mahnte sie zur
Eile mit den Worten: »Aber jetzt geht schnell, ’s donnert schon wieder.«
Der Alte hatte allezeit seinen Willen, fest wie Eisen. Sein letzter
Wille aber war heute wie Diamant. Die Kinder, immer gewohnt, ihm zu
folgen, gehorchten auch hier. Weinend gingen sie den Hügel hinab, und
unter Tränen banden sie ihre Garben. Tränenden Auges schauten sie von
Zeit zu Zeit von der Arbeit hinauf zum Hermeshof, ob sie nicht vor dem
Donnern des Himmels den Brummler überhört hätten.
Eben war die letzte Garbe gebunden und geladen, da fuhren Blitz und
Schlag übers Tal hin. Eine plötzliche Stille folgte dem Zucken und
Rollen vom Himmel her -- da fällt ein Schuß vom Hof herab: der Brummler
gibt das Todessignal des Vaters. Neben dem Erntewagen knieen die Kinder
und beten ein Vaterunser und »Herr, gib ihm die ewige Ruhe, und das
ewige Licht leuchte ihm!«. Dann fahren sie ihre Garben den Berg hinauf
ins Vaterhaus. Der Vater ist tot, da sie seine Stube betreten. Die
Ernte ist daheim, und der Vater auch.
/Heinrich Hansjakob./
Bruder Klaus und die treuen Tiere.
Es war einmal ein frommer Einsiedel, den die Leute Bruder Klaus hießen.
Im Schatten alter Eichen auf einer Waldwiese stand seine Zelle,
und drei Kameraden teilten mit ihm den engen Raum, ein Fuchs, ein
Waldkater und ein Hase. Er hatte die Tiere von ihrer frühsten Jugend an
aufgezogen, und da war es ihm nicht schwer geworden, sie so aneinander
zu gewöhnen, daß sie wie Geschwister aus /einer/ Schüssel aßen und
auf /einem/ Lager schliefen.
Bruder Klaus lebte gerade nicht schlecht. Die umwohnenden Bauern
versorgten ihn reichlich mit Speise und Trank, und daher litten auch
die drei Tiere keinen Mangel.
Aber es kamen schlimme Zeiten. Mißwachs und Hagelschlag hatten die
Erntehoffnung zunichte gemacht, und die Liebesgaben der Landleute
flossen spärlich. Am Ende, als der bleiche Hunger durch die Dorfgassen
schlich, blieben die Spenden ganz aus, und der arme Einsiedel sah sich
auf die Früchte des Waldes angewiesen. Aber die Holzäpfel und die
Schlehen wollten ihm gar nicht behagen, und er magerte sichtlich ab.
Die Not ihres Herrn ging den drei Tieren sehr zu Herzen, zumal da sie
selber unter dem Mangel schwer zu leiden hatten. Am besten noch befand
sich der Hase, denn in der Umgebung der Einsiedelei wuchs Gras und Klee
in Menge, aber Kater und Fuchs vermißten schmerzlich die fetten Bissen,
die ihnen Bruder Klaus vordem gereicht hatte, und sie begannen, den
Hasen mit scheelen Augen anzusehen.
Eines Tages, als der letztere im Bergklee seine Mahlzeit hielt, traten
Fuchs und Kater vor den Einsiedel, und der Fuchs hub also an zu
sprechen:
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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