Ährenlese: A German Reader with Practical Exercises — John Shaqi
Ährenlese: A German Reader with Practical Exercises
General
Ährenlese: A German Reader with Practical Exercises
German language -- Readers
Wütend floh der Tod von dannen und begann wieder sein Werk unter
Menschen und Tieren. Weil er sich jedoch an dem Schmied nicht rächen
konnte, bat er den Teufel, daß dieser ihn hole. Aber der Schmied roch
den Schwefel schon, ehe der Teufel ankam, schloß seine Stubentür zu und
hielt mit seinen Gesellen einen ledernen Sack vor das Schlüsselloch.
Wie nun der Teufel hindurch war, banden sie den Sack schnell zu, trugen
ihn zum Amboß und hämmerten ganz unbarmherzig mit den schwersten
Hämmern auf den Teufel los, so daß ihm Hören und Sehen verging. Sobald
er ein wenig zu sich kam, mußte er versprechen, nie wiederzukommen;
dann ließen sie ihn los.
Darauf lebte der Schmied von Jüterbog noch lange Zeit in Ruhe und
Frieden, bis alle seine Freunde und Bekannten gestorben waren und er
selbst des Erdenlebens müde wurde.
Er machte sich deshalb auf den Weg nach dem Himmel und klopfte ganz
bescheiden ans Tor. Da schaute der heilige Petrus heraus, und Peter der
Schmied erkannte in ihm seinen Schutzgeist, der ihn oft aus Not und
Gefahr errettet und ihm zuletzt die drei Wünsche gewährt hatte. Jetzt
aber sprach Petrus zu ihm: »Hebe dich weg von hier, der Himmel bleibt
dir verschlossen; du hast das Beste zu wünschen vergessen, nämlich die
ewige Seligkeit!«
Da wandte sich Peter und gedachte, sein Heil in der Hölle zu versuchen,
und fand auch bald den breiten Weg dahin. Wie aber der Teufel hörte,
daß der Schmied von Jüterbog da sei, schlug er ihm das Höllentor vor
der Nase zu und rief alle seine Gesellen zur Verteidigung gegen ihn
herbei.
[Illustration: /Der Schmied von Jüterbog./]
Da nun der Schmied weder im Himmel noch in der Hölle Zuflucht fand und
es ihm auf Erden gar nicht mehr gefallen wollte, so stieg er in den
Kyffhäuserberg hinab zu Kaiser Friedrich, dessen Rüstmeister er einst
gewesen war. Der Kaiser freute sich ungemein, einen so treuen Diener
wiederzusehen, und fragte ihn sogleich, ob die alten Raben noch um
den Berg flögen. Und als Peter das bejahte, seufzte der Rotbart. Der
Schmied aber blieb bei dem Kaiser im Berge, wo er dessen Lieblingspferd
und auch die Pferde der Prinzessinnen beschlägt, bis einst die Raben
nicht mehr um den Berg fliegen und die Stuude der Erlösung schlägt.
Das wird geschehen, so glaubt das Volk, wenn anf dem Ratsfelde beim
Kyffhäuser ein dürrer, abgestorbener Birnbaum wieder zu grünen und
blühen beginnt. Dann tritt der Kaiser mit all seinem Gefolge hervor,
schlägt die große Befreiungsschlacht und hängt seinen Schild an den
grünen Baum. Hierauf begibt er sich mit all den Seinen zur ewigen Ruhe.
/Ludwig Bechstein./
Ein Traum.
In Ostfriesland herrschte nach dem Siebenjährigen Kriege große Not
unter dem Volk. Die Franzosen hatten den Einwohnern alles genommen,
was sie vorfanden, und Überschwemmungen hatten dem Lande viel Schaden
getan.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
Reviews
Reviews
No reviews yet
Be the first to share your thoughts on this work.
Join the Discussion
Join the discussion
Sign in to leave a comment or review.
Sign InorCreate an account